Sie haben es sicherlich schon gemerkt: Das Inflationsgespenst geht wieder um! Nach einer kurzen Ruhephase treibt es in diesem Jahr wieder verstärkt sein Unwesen.
Gestiegene Öl- und Gaspreise
Vor allem die drastisch gestiegenen Öl- und Gaspreise kurbeln die Inflation an. Sie treiben die Rohstoff- und Transportkosten in die Höhe und schlagen sich sukzessive entlang der gesamten Lieferkette bis in die Supermarktregale nieder. Die Erwartung ist natürlich, dass sich das Ganze als vorübergehend erweist und der Druck nachlässt, sobald sich die Lage in Nahost entspannt.
Verlust von 23 Prozent
Ungeachtet dessen bleibt die Inflation ein zentrales Thema, das die Anleger permanent auf dem Schirm haben müssen. Denn das Gespenst entwertet ihre Ersparnisse weitgehend unsichtbar und allein von 2020 bis 2025 betrug die kumulierte offizielle Inflation hierzulande rund 23 Prozent. Durch die zinslose Lagerung seit 2020 hat das Geld damit fast ein Viertel seiner Kaufkraft eingebüßt - sprich € 10.000 schrumpften auf eine Summe von nur noch € 7.700 zusammen.
Die Wahrheit zur offiziellen Inflationsrate
Die Berechnung der offiziellen Inflationsrate erfolgt durch das Statistische Bundesamt und der dafür zugrundeliegende Warenkorb wird von dieser Stelle festgelegt. Vielen Experten ist bekannt, dass der offizielle verkündete Prozentsatz mit den tatsächlichen Lebenshaltungskosten nichts gemein hat. So äußert der Vermögensverwalter von I.C.M Independent Capital Management, Rolf Ehlhardt: „Für mehr als 70 Prozent setzt sich die private Inflation hauptsächlich aus Mieten, Energiekosten, Benzin und Nahrungsmitteln zusammen.“ Aber gerade diese Kosten haben sich in letzter Zeit immens erhöht. Das Ergebnis lässt sich daher durch die Gewichtung verschiedener Faktoren beeinflussen, auch bleiben technische Fortschritte außen vor, gleichwie Qualitätsverschlechterungen einzelner Produkte. Weitere Ausführungen über dieses Thema sprengen allerdings den Umfang dieses Artikels.
Aktienrendite schlägt Inflation
Der Anleger, der sein Kapital in der Vergangenheit im Produktivvermögen, d. h. an der Börse arbeiten lies, profitiert heute trotz Corona, Ukrainekrieg, Zoll-Chaos, Iran und anderer Krisen von einer spürbar gestiegenen Kaufkraft und kann sich deutlich mehr leisten. Beispielsweise ist der amerikanische Leitindex Dow Jones seit 2020 um 80 Prozent nach oben geklettert und damit verliert das Inflationsgespenst spürbar an Gewicht. Vor allem langfristig entfalten Aktien ihre Stärken. Seit 1900 verzeichneten die USA eine durchschnittliche Inflationsrate von jährlich 2,9 Prozent und selbst nach Abzug dieser Geldentwertung verblieb dem Spar eine reale Rendite von 6,6 Prozent pro Jahr. Konkret erwirtschaften diese 6,6 Prozent aus € 10.000 nach 20 Jahren eine Summe von fast € 36.000.
Dies ist freilich kein Freibrief für die Zukunft. Dass das Inflationsgespenst weiter herumspukt und heimlich an ihrem Geld nagt, ist jedoch ganz sicher kein Hokuspokus. Wer also sein Geld vor Wertverlust schützen und es gleichzeitig vermehren möchte, greift am besten zu breit streuenden Aktienfonds.