Warum man es mit Rebalancing nicht übertreiben sollte
Jeder Anleger und jede Anlegerin muss sich gemäß der persönlichen Vorlieben für eine grundlegende Aufteilung des Investmentportfolios entscheiden. So wird häufig ein bestimmter Anteil für Aktien(fonds) vorgesehen, einer für Anleihen, einer für Sachwertanlagen, einer für Gold etc. Eine Herausforderung im Portfoliomanagement liegt nun darin, dass sich die Assetklassen nicht im Gleichschritt bewegen. Performen beispielsweise Aktien über längere Zeit deutlich stärker als Anleihen, dann steigt ihr Anteil im Portfolio – womit sich die Risikoexposition verändert. Um den eigentlich angestrebten Mix wiederherzustellen, wird ein sogenanntes Rebalancing fällig. Im Beispiel müssten also entweder Aktien bzw. Fondsanteile verkauft und/oder andere Assets zugekauft werden. Doch ist das sinnvoll?
Matthias Horn hat am Lehrstuhl für Finanzwirtschaft der Universität Bamberg zu Anlagestrategien deutscher Privatanleger geforscht und dabei eine klare Meinung zu solchen Umschichtungen gewonnen: „Aus meiner Sicht ist Rebalancing nur für die wenigsten Privatanleger sinnvoll“, sagte er dem „Spiegel“. Denn die Risikoneigung sei nicht statisch. Habe man etwa mit Aktien satte Gewinne gemacht, sei ein Rücksetzer leichter zu verkraften. Mit einem Verkauf würde man zudem weiteres Wertsteigerungspotenzial liegen lassen. Hinzu kommen die Kosten des Rebalancings, denn die Transaktionen kosten in der Regel Gebühren, obendrauf kann Kapitalertragsteuer kommen. Unterm Strich, so hätten modellhafte Rechnungen gezeigt, zahlen sich solche Umschichtungen daher nicht aus.
Vorsicht vor Identitätsdiebstahl in Online-Anlegergruppen
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt vor Onlinekriminellen, die sich mit den Namen bekannter Finanzinstitute das Vertrauen ihrer Opfer erschleichen. In jüngerer Zeit gäben sich die Betrüger besonders häufig als Mitarbeiter der Fondsgesellschaft Union Investment („Peter Müller, Senior Investment Analyst“) aus. Aber auch die Namen anderer seriöser Marktteilnehmer, darunter große Onlinebroker oder auch Maklerpools, würden missbraucht.
Die Masche baut darauf, zunächst in „exklusiven“ Gruppen in WhatsApp oder anderen Social Media scheinbar uneigennützig Expertenwissen zu teilen. Sobald eine Vertrauensbasis entstanden ist, wird ein „Geheimtipp“ vorgestellt, mit dem sich in kurzer Zeit traumhafte Renditen erzielen lassen sollen. Die Investition erfolgt bevorzugt über Apps oder Plattformen, die von den Kriminellen selbst betrieben werden.
Der Rest folgt einem bekannten Drehbuch, das auch bei anderen Onlinebetrugsmethoden Anwendung findet: Auf die ersten, meist noch zaghaften Investments hin werden tatsächlich die versprochenen Gewinne ausgezahlt bzw. gutgeschrieben. Wenn dann die Hemmungen fallen und die Opfer große Beträge überweisen, sind die Betrüger mitsamt Beute schnell über alle Berge.